Im Bereich der Terminbörse für Edelmetalle hatte vor kurzer Zeit ein historisches Ereignis stattgefunden. Es handelte sich um die Abspaltung des physischen Silberpreises vom Spotpreis (Kitco, etc.). Im Klartext bedeutet dies, dass die Händler für Silber einen anderen, höheren Preis berechnen, als er durch den Silber-Futures angegeben wird. Obwohl seriösere Edelmetallhändler stets betonten, dass der Spotpreis lediglich zur Orientierung bei der Preisfindung dient, gab es bis dato immer eine klar erkennbare Verbindung zum Silberpreis an der Comex (New York Commodities Exchange). Nun ist es mittlerweile so, dass ein Aufschlag der Edelmetallhändler für Silber bis zu 60% zum Spotpreis durchaus üblich ist. Ähnliches ist im Privathandel bei Gold und Silber z. B. über Ebay zu beobachten.
Zu dieser Entwicklung musste es zwangsläufig kommen, so wie der Silbermarkt durch einige wenige Teilnehmer beeinflusst wurde und bis zum heutigen Tage beeinflusst wird. Die Marktsituation in den letzten Wochen stellte sich grotesk dar. Die Händler für Silber waren wie leergefegt, der Preis an der Comex jedoch musste von Tag zu Tag einstecken. Das widerspricht dem Gesetz des Marktes. Die Abspaltung des physischen Silberpreises spricht für die hohe Nachfrage und rückt den Silber-Futures-Preis klar in die Ecke der Marktmanipulationen.
Im übrigen gilt dies ebenso für den Goldmarkt.
Infokrieg.tv

Was kommt auf uns zu? Womit werden wir zu rechnen haben in der nächsten Zeit? Wie können wir uns auf die nächsten Jahre vorbereiten?
Das sind die entscheidenden Fragen, die unsere unmittelbare Handlung bestimmen, was Überlebensstrategien anbelangt und über Erfolg oder Misserfolg entscheiden.

Dazu müssen wir wissen, ob wir es in den kommenden Jahren mit einer Inflation oder Deflation zu tun haben werden. Dies hängt stark vom Vorgehen der Regierungen, aber auch von anderen Faktoren ab.

Nimmt man die momentanen Geschehnisse an den Märkten zur Hilfe, so kommt man schnell zu dem Ergebnis, dass die Deflation grassieren wird. Deflation steht für das Verkleinern der Geld- und Kreditmenge im Verhältnis zu den Gegenwert-stellenden-Gütern. Rohstoffpreise sind seit dem Sommer 2008 kontinuierlich auf dem Weg nach unten. Der Ölpreis hat seit seinem Hoch im Juli 2008 über 50% verloren. Die Konjunktur in vielen Industrienationen ist auf dem Rückzug. Der Verbrauch von Rohstoffen ist demgemäss rückläufig, es herrscht Rezession, auch wenn viele Politiker zögern dieses Wort auszusprechen. Die Rohstoffhausse ist einer Baisse gewichen. So aber auch mittlerweile am Aktienmarkt. Die grossen Aktienindizes purzeln und niemand mag so recht vorhersagen, wie lange das noch andauern wird. Man sollte meinen, wir sind in eine starke deflationäre Phase eingetreten.

Soll das eine platzende Blase gewesen sein oder nur ein kleiner Vorgeschmack auf die nächste wirkliche Blase?

Was treiben die Regierungen?
Manchmal können sich Situationen schlagartig ändern. Ehe man reagiert, fährt der Zug schon wieder los – aber in die falsche Richtung.
So erging es auch dem Euro. Die meisten Analysten waren felsenfest davon überzeugt, dass es den Dollar im Laufe des Jahres 2008 zerlegen würde. Nun haben wir eine temporäre Dollarstärke, ausgelöst durch die grosse Dollarnachfrage. Diese kommt durch das Auflösen vieler Aktiendepots zustande. Die Investoren sind wieder liquide. Viele Milliarden, bzw. Billionen wandern aus dem Aktienmarkt ab und werden überwiegend, wenn auch nur für kurze Zeit, in Dollars gehalten. Das treibt die Nachfrage nach dem Greenback hoch und sein Wert steigt. Der Euro wird damit abgewertet.
Womit man aber nicht rechnet ist, dass sich dieser Prozess in naher Zukunft wieder umkehren wird, das Geld fliesst in einen anderen Markt. Damit haben wir dann ein weiteres unerwartetes Ereignis.
Kommen wir nun zu der eigentlichen Frage des Regierungsvorgehens. Stürmische Zeiten wie diese, erfordern finanzpolitische Entscheidungen. Die Politiker sind mit Garantieversprechen und Hilfeleistungen schnell zur Stelle (Freddie & Fannie, AIG, Hypo Real Estate, Sicherung deutscher Spareinlagen, Hilfspaket für Banken). Diese Garantien kosten viel Geld, die der Staat nicht hat. Dafür hat er Schulden und das nicht zu knapp: die der BRD offiziell ausgewiesen über 1,5 Billionen Euro… vor der Krise.
Hier kommen nun die Inflationisten zu Wort. Durch die zahlreichen Liquiditätsspritzen der EZB, aber auch durch andere finanzpolitische Massnahmen, dem Markt Liquidität zuzuführen, wird die im Umlauf befindende Geldmenge enorm ausgeweitet. Da aber die Menge der Sachgüter nicht gleich stark wächst, wächst eben deren Preis. Und das ist Inflation. Wächst der Preis der Güter mit atemberaubender Geschwindigkeit, wie in Zimbabwe, so sprechen wir von einer Hyperinflation. Das könnte uns in Europa auch blühen.

Damit wären wir unserem Aufhänger ob Inflation oder Deflation aber keinen Schritt weiter. Beide Seiten haben ihre berechtigten Vertreter und beide haben irgendwie recht.

Gesundschrumpfung
Eine Finanzkrise dieser Grössenordnung ist auch immer ein Prozess der Gesundung. Das was vorher überbewertet war – Immobilien, bestimmte Aktien, Vorstandsgehälter – erhält in bestem Falle einen realistischen Preis. In die andere Richtung gilt dies auch für Dinge, die vorher unterbewertet waren. Diese steigen im Preis und peilen einen marktgerechten Level an.
In diese Rubrik gehören ganz sicher einige Rohstoffe, besonders Nahrungsmittel, aber auch physisches Gold und Silber – immerwährende Werte, deren Menge nicht kopflos ausgeweitet werden kann und deren Kaufkraft sich über Jahrtausende relativ konstant gehalten hat.
Demnach könnte es in den kommenden Jahren eine gesunde Mischung aus Deflation und Inflation werden. Damit würden wir mal wieder statt einem Extrem, den goldenen Mittelweg beschreiten und sagen können: Die Wahrheit liegt wie immer irgendwo dazwischen.